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Freitag, 22 September 2017

Tannenberg 1914

 

 

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Die deutschen Regeln als Download

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Schlacht bei Tannenberg

 

Die deutsche Strategie zu Beginn des 1. Weltkrieges beruhte auf dem sogenannten Schlieffen-Plan, benannt nach dem preußischen Generalfeldmarschall Alfred Graf von Schlieffen. Dieser sah eine schnelle Niederringung der Gegner im Westen vor, während man sich im Osten weitestgehend defensiv verhalten sollte. Die Hauptmacht der Armee sollte daher im Westen eingesetzt werden, während im Osten nur geringe Kräfte standen. Sobald der Gegner im Westen geschlagen sei, würden Kräfte in den Osten verlegt, um dort gegen die russische Armee zu kämpfen. Dabei ging man davon aus, dass die russische Armee längere Zeit brauchen würde, um ihre Armee zu mobilisieren und an den Grenzen Ostpreußens aufmarschieren zu lassen. Sehr zur Überraschung der deutschen Obersten Heeresleitung ging der Aufmarsch der russischen Armee sehr viel schneller vonstatten, sodass sich die Situation im Sommer 1914 in Ostpreußen dramatisch verschlechterte.

 

Bereits Anfang Augst marschierten zwei russische Armeen auf Ostpreußen zu. Am 17. August begann dann die russische Großoffensive auf Ostpreußen. Bereits drei Tage später kam es in Gumbinnen zum ersten großen Aufeinandertreffen der gegnerischen Armeen. Zwar konnten die deutschen Verbände die russische Armee vorläufig stoppen, jedoch nur unter erheblichen Verlusten. Da die russische Armee den Vormarsch nach kurzer Zeit fortsetzte, ordnete der deutsche Kommandeur Max von Prittwitz einen Rückzug hinter die Weisel-Linie an. Von Prittwitz befürchtete, dass er mit den vorhandenen Kräften einem erneuten Waffengang nicht standhalten könnte. Die deutsche Oberste Heeresleitung reagierte entsetzt über den Rückzug und so wurde von Prittwitz am 21. August von seiner Aufgabe entbunden. Nun wurde der aus dem Ruhestand berufene Paul von Hindenburg als Oberbefehlshaber reaktiviert. Als Stabschef an seiner Seite fungierte Erich Ludendorff.

 

Zu diesem Zeitpunkt zeigten sich auch bei der russischen Armee erste ernste Mängel. Durch den schnellen Aufmarsch und die weiten Wege war die russische Armee entkräftet und auseinandergerissen. Der Nachschub konnte diesem Tempo auch nicht folgen. Auch verzichtete die russische Armee auf eine effektive Luftaufklärung und verschlüsselte ihren Funkverkehr nicht. Dadurch hatte die deutsche Seite Einblick in die Pläne der russischen Armee, während die russische Führung weitestgehend blind operierte. Auch hegten die beiden russischen Generäle Alexander Samsonow und Paul von Rennenkampff eine tief empfundene Antipathie, was ein koordiniertes Vorgehen unmöglich machte. Dennoch drängte Zar Nikolaus II. auf ein weiteres schnelles Vorgehen. Mit diesem Wissensvorsprung ersannen Erich Ludendorff und Max Hoffmann einen Plan, der diese russischen Fehler ausnutzen sollte.

 

Die deutschen Einheiten positionierten sich in Westmasuren und am 25. August 1914 schoben sich zwei deutsche Divisionen unter General Hermann von Francois zwischen die russische Hauptmacht und ihre linke Flanke. Einen Tag später begannen die deutschen Verbände mit der Einschließung. Es dauerte zwei Tage, bis die russische Armee auf diese Bedrohung reagieren konnte, was die Einkesselung erleichterte.

 

 In den nun folgenden Kämpfen konzentrierte die deutsche Armee ihre Kräfte in den entscheidenden Gefechten und behielt in den Auseinandersetzungen weitestgehend die Oberhand. An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass die russische Artillerie nicht in der Lage war, effektiv in die Gefechte einzugreifen und somit die russischen Verbände taktisch meist hoffnungslos unterlegen waren. Am 28. August schloss sich die deutsche Zange bei Willenberg und die gesamte Narew-Armee unter Samsonow war abgeschnitten.  

 

Die Kesselschlacht begann am 29. August und die russischen Verbände waren schnell demoralisiert und kampfmüde. Die Nachricht, dass es keinen Rückzugsweg mehr gab, erschütterte die russischen Verbände zusätzlich. Samsonow konnte seine Truppen nicht zu einem konzentrierten Ausbruchsversuch vereinen und somit waren die russischen Verbände chancenlos. So folgte am 30. August die Kapitulation und im Nachgang beging Samsonow Selbstmord.

 

Die Ausgangsituation der deutschen Armee änderte sich nun grundlegend. Der russische Vormarsch in Ostpreußen war jäh gestoppt und eine drohende Niederlage abgewendet. Paul von Rennenkampff unterlies nach der Niederlage weitere offensive Operationen. Die Schlacht wurde später auf Initiative Hindenburgs in „die Schlacht bei Tannenberg“ benannt, da man bis dahin mit Tannenberg noch immer eine Niederlage des Deutschordens im Jahre 1410 in Verbindung brachte.

 

Anmerken kann man noch, dass einige Militärhistoriker die Meinung vertreten, dass ein „Schlieffen-Plan“ mit umgekehrten Vorzeichen – also Defensive im Westen und Offensive im Osten – die bessere deutsche Strategie im August 1914 gewesen wäre. Andere Geschichtsschreiber meinen, dass eine deutsche Niederlage in Ostpreußen den 1. Weltkrieg auf den Sommer 1914 verkürzt hätte.

   
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